Keine Bildung in Präsenz um jeden Preis

Teile diesen Beitrag in deinen sozialen Netzwerken!

Berlin, 03.01.2022

Trotz nicht ausreichender Sicherheitsvorkehrungen in den Bildungseinrichtungen beharren die Kultusminister:innen der einzelnen Bundesländer darauf, die Präsenzpflicht auch bei hohem Infektionsgeschehen in der Altersklasse der Schüler:innen aufrecht zu erhalten. Alternative Beschulungsmöglichkeiten, wie Wechsel- oder Distanzunterricht, werden weiterhin nicht in Betracht gezogen.

Die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichtes hat für die Kultusminister:innen die höchste Priorität, ohne die Schulen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln auszustatten. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung empfohlene S3-Leitlinie als Handlungsempfehlung für Schulen wird von den Kultusministerien nicht umgesetzt. Durch die weiter ansteigende Anzahl an Infektionen, verursacht durch die Omikron-Variante, unzuverlässige Schnelltestergebnisse und der Verkürzung der Quarantänemaßnahmen, ist mit einem unkontrollierbarem Infektionsgeschehen in den Bildungseinrichtungen zu rechnen.   

Präsenzunterricht um jeden Preis stellt für alle Beteiligten in den Bildungseinrichtungen eine erhebliche Gesundheitsgefährdung dar. Sowohl das Schulpersonal als auch die Schüler:innen und ihre Familien werden unter Zwang einem potentiell tödlichen Virus ausgesetzt. Bei milden Verläufen ist noch nicht absehbar, welche langfristigen gesundheitlichen Schäden das Virus anrichten wird. Ohne einen wissenschaftlich fundierten Infektions-, Gesundheits- und Arbeitsschutz in allen Bildungseinrichtungen, wird das primäre Ziel des Präsenzunterrichtes, die Aufrechterhaltung des Bildungsangebotes der Kinder und Jugendlichen in den Schulen massiv gefährdet. Um ein Kollabieren des Bildungssystems zu vermeiden, ist es dringend notwendig sofort auf den Distanzunterricht umzustellen. Die Kultusministerien müssen ausreichend Mittel zur Verfügung stellen, damit langfristig Bildung in Form von Hybrid- und Wechselunterricht gewährleistet werden kann.

Die Initiative „Sichere Bildung JETZT“ fordert daher, dass es Eltern ermöglicht werden muss, ihre Kinder mit Unterstützung der Schulen zuhause zu unterrichten. Die Präsenzpflicht in den Schulen ist daher unverzüglich auszusetzen und Distanzunterricht anzubieten. Hygienekonzepte und Raumgestaltung in Schulen und Kitas endlich an das Infektionsgeschehen anzupassen. Den Schutz aller Kinder, die nicht auf Präsenzunterricht verzichten können, zu gewährleisten. Geeignete Online- und Lernangebote zur Verfügung zu stellen. Familien einen niederschwelligen Zugang zu Unterstützungsleistungen zu ermöglichen.